Janina Blaeser
Weltmeisterschaft WFF am 5. November 2006 in Chryssoupoli

Ach- es war mal wieder einfach toll !!! Unser Flug nach Thessaloniki ging bereits am Freitag Morgen um 7 Uhr ab Düsseldorf. Wie es eben so ist, habe ich am Abend vorher noch so viel herumgekramt, daß in dieser Nacht nur 3 Stunden Schlaf möglich waren- so war es nicht verwunderlich, daß ich eigentlich die ganzen 2,5 Stunden Flug nur geschlafen habe. Wach wurde ich eigentlich nur, als es Frühstück gab. Alle durften leckere Sandwiches essen, nur ich nicht. War aber nicht allzuschlimm, denn ich hatte ja mein "Entlade-Essen" dabei, und das lies ich mir dann schmecken. Aber als der Flugbegleiter dann plötzlich grinsend einen Korb mit Mars-Riegeln herumreichte, sichtlich vergnügt, seinen Gästen etwas Gutes tun zu können, musste ich mich schon ziemlich zusammenreißen, um dem guten Mann nicht an den Hals zu springen ;-)

In Thessaloniki holten wir uns dann unseren vorab gebuchten Sixt-Mietwagen ab und düsten die knapp 200 km bis nach Chryssoupoli; es war eine richtig schöne Fahrt, immer an der Küste entlang, mit Blick aufs Meer und die Insel Thassos. Das "Irene-Hotel", in dem wir, wie viele andere Athleten auch, ein Zimmer gebucht hatten, fanden wir auf Anhieb. Bereits beim Parken sahen wir durch die Fensterscheiben dort Klaus Hoffmann und all die anderen sitzen, umringt von vielen ausgezehrten Diät-Gesichtern. Unser erster Gedanke: Endlich normale Leute! *Lach*

Wir stellten nur kurz die Koffer ab, da Georg Hunger hatte, und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Für ihn gab es Steak und Salat, für mich Kaffe und Wasser. Aber auch das war auszuhalten, denn am Nachbartisch saß ebenfalls eine Athletin mit ihrer Truppe, die aus ihrem Salat nur die Gurken herausstocherte und das bestellte Wasser auf seinen Natriumgehalt prüfte, während alle anderen vernünftig aßen und tranken. Zu sehen, daß es anderen genauso geht wie mir, half ganz gut.

Zurück im Hotel sahen wir uns das Zimmer etwas genauer an und entschieden spontan, daß wir dort nicht 3 Nächte verbringen wolltenn. In der Lobby hatten wir zuvor ein paar Athleten und deren Betreuer kennengelernt, die bereits umgebucht hatten. Diesen schlossen wir uns dann auch gleich an und checkten in deren Hotel im etwa 15 km entfernten Keramoti mit ein. Dort war es richtig klasse, ein schnuckeliges Hotel direkt an einem kleinen Hafen gelegen, super nette Kellner, hervorragender Kaffee, und die Speisekarte im dazugehörigen Restaurant sah ebenfalls sehr vielversprechend aus. Wir verbrachten mit den anderen dort noch einen sehr netten und gemütlichen Abend und verabredeten uns für den nächsten Morgen (Samstag), um nach dem Frühstück gemeinsam mit ihnen nach Chryssoupoli zu fahren

Zwei Athleten der kleinen Truppe, Werner und Viktor, starteten am Samstag bei der NABBA EM und konnten auch sehr gute Platzierungen erzielen: Werner errang Platz 3 in der Männerklasse über 50, Viktor erkämpfte sich bei den Junioren Platz 2. Auch insgesamt war die EM eine super Veranstaltung. Zu Beginn trat eine griechische Tanzgruppe auf und zeigte traditionelle Tänze, zwischendurch zeigten griechische Judo-Kids ihr Können....Und natürlich sehr viele sehr gute Athleten aus aller Welt. Die Halle war nahezu ausverkauft, das Publikum machte wahnsinns Stimmung. Wir wünschten uns, daß dies auch am kommenden Tag bei unserem Wettkampf so sein würde.

Mit Werner, Viktor und den drei anderen (Sandy und Andreas Kohl und Hans) freundeten wir uns richtig an; wir verbrachten den ganzen Tag zusammen in der Halle und hatten sehr viel Spaß. Sandy und ich konnten uns schon einmal mit den Räumlichkeiten und der Bühne vetraut machen, uns für den Wettkampf anmelden, und es nun auch kaum noch erwarten, endlich selbst auf diesen griechischen Brettern dort oben zu stehen. Den Abend nach der EM verbrachten wir erneut in gemütlicher Runde (schön gesättigt von unserem Lade-Essen, das wir den Tag über in regelmässigen Abständen gefuttert hatten) in der Hotel-Lobby, bevor es dann für Sandy und mich ins Zimmer ging zum Einbräunen, Tasche packen, Kür noch einmal durchgehen etc.

Dann war es soweit- der große Tag war endlich da. Nach dem Frühstück fuhren wir gegen 11 Uhr in die Halle. Dort richteten wir uns eine gemütliche Ecke hinter der Bühne ein und begannen uns auf den Auftritt vorzubereiten. Das Gefühl des Miteinanders war richtig schön und die Anspannung hielt sich dadurch auch in Grenzen. Wir checkten gegenseitig unsere Form, gaben uns letzte Tips, teilten Bräunungscreme, Lade-Essen und die Meinung über die Form der "Konkurrenz". Georg, Andreas und Hans wuselten die ganze Zeit um uns vier herum und coachten uns mit einer Engelsgeduld und Ruhe: "Leg Dich hin, iss dies oder jenes, trink einen kleinen Schluck, renn nicht so viel herum, zeig mal den Bauch, lach mal für ein Foto, schau Dir mal die Adern auf Deinem Arm an, mach mal ein paar Posen, entspann Dich, ......." so verging die Zeit bis zur Sichtung um 13 Uhr recht schnell.

Die Sichtung ergab, daß ich in die Klasse "Leistung bis 30" eingeteilt wurde; Sandy kam in "Fitness über 30", Werner und Viktor blieben in derselben Klasse wie am Vortag. Nun galt es, die 3 Stunden bis zum Beginn des eigentlichen Events um 16 Uhr umzukriegen. Es lief im Prinzip ähnlich wie vor der Sichtung ab, nur dass die Spannung erheblich stieg, da sich nun auch langsam die Halle mit Publikum füllte.

Los ging es dann pünktlich mit den Junioren, danach kamen die Aerobic-Mädels, und dann waren wir am Start. Was kann man groß erzählen - es hat einfach einen riesen Spaß gemacht! Es war allerdings tierisch heiß auf der Bühne, man fühlte sich wie unter dem Solarium, aber so ist das nunmal, das richtige Licht ist schließlich sehr entscheidend. Gut war, daß der Boden mit Teppich ausgelegt war, so daß keine Rutschgefahr bestand. Obwohl die Halle diesmal nicht ganz so gefüllt war wie am Samstag, war die Stimmung doch super; da fiel auch gar nicht auf, daß die ersten Sekunden meines Posing-Liedes abgeschnitten waren und ich somit bei der Kür nicht ganz im Takt war.

Alles lief nach Plan; ich gewann meine Klasse und konnte mich zudem im Gesamtsiegerstechen gegen meine Konkurrentin über 30 aus Australien durchsetzen. So darf ich mich nun zum zweiten Mal "Miss World und Gesamtsiegerin" bei der WFF nennen. *freu*
Sandy wurde ebenfalls "Miss World" in ihrer Klasse, ebenso Werner, und Viktor errang einen hervorragenden 2. Platz.

Hinter der Bühne fielen wir uns alle in die Arme; wir konnten unseren "Durchmarsch" kaum fassen und freuten uns wie griechische Götter *grins*
Wir machten noch ein paar Abschlussfotos und packten dann auch recht schnell zusammen, denn das bevorstehende "große Fressen" in unserem Hotelrestaurant lockte einfach zu sehr.

Wir ließes es uns auch richtig schmecken, typisch griechische Salate, Pizza, Grillfleisch, Pommes, Reis; zum Nachtisch gab es auf Kosten des Hauses traumhafte Dessert-Platten mit allerlei Törtchen, Kuchen, eingelegten Quitten usw. Damit nicht genug, breiteten wir zum Schluß all unsere mitgebrachten Leckereien auf dem Tisch aus und stopften Toffifee, Spekulatius und diverse andere Köstlichkeiten in uns hinein; dazu Kaffe, Wein- eine wahre Orgie.
Als wir dann alles weggeputzt hatten, fielen uns beinahe am Tisch die Köpfe vornüber, so erschöpft waren wir von all der Anstrengung. Wie wir überhaupt noch die Treppen zu den Zimmern hochkamen- keiner weiß es mehr so genau.

Die Nacht war kurz- am nächsten Morgen hieß es für Georg und mich um 5.30 Uhr aufstehen, denn unser Flieger ging um 10.40 Uhr ab Thessaloniki, und wir mussten ja noch wieder die 200 km mit dem Auto bis dorthin fahren. Wir schafften aber alles planmässig und waren gegen 13 Uhr wieder wohlbehalten, satt und glücklich in Düsseldorf.

Es war ein absolut tolles, erfolgreiches Wochenende,begleitet von tausend Eindrücken, neuen Freundschaften und vielen bleibenden Erinnerungen.

Vielen Dank auch an die Veranstalter und alle, die wirklich ganze Arbeit geleistet haben, um die WM 2006 in Chryssoupoli zu einem unvergesslichen Event zu machen!

Hier ein paar Fotos von der Weltmeisterschaft in Chryssoupoli/Griechenland: