Weltmeisterschaft WFF am 10. November 2007 in Petersberg/Fulda
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Auch dieses Jahr war die Weltmeisterschaft wieder ein tolles Erlebnis!
Wir reisten bereits am Freitag Nachmittag in Begleitung von Freunden an und freuten uns über eine wirklich schöne Pension mit großen Zimmern, die kaum 10 Minuten von der Halle entfernt lag.
Wir bezogen unsere Zimmer und ließen den Abend dann noch im Restaurant des Gasthofs ausklingen, wo wir, an einen warmen Kamin gelehnt, gemütlich zusammensaßen und uns wie im Skiurlaub fühlten. Nur mit dem Unterschied, dass ich im Skiurlaub abends auch etwas Deftiges gegessen hätte- in diesem Fall gab es für mich nur einen grünen Salat mit ungewürzten Putenbruststreifen und etwas Essig und Öl. Trinken durfte ich leider nichts mehr, das hatte ich ja bereits seit Mittag eingestellt; es ließ sich aber gut aushalten.
Normalerweise lege ich immer Abend vor dem Wettkampf eine Schicht TopTan (Selbstbräuner) auf, allerdings war ich an diesem Abend einfach zu müde, so dass wir das Einbräunen auf den folgenden Morgen verschoben.
Die Nacht war kurz, aber erholsam, und nach dem Duschen und Einbräunen ging es dann zum Frühstücksbuffet, wo ich mir 2 Brötchen mit Nutella,1 Ei und einen schwarzen Kaffee schmecken ließ. Wie so ein Brötchen mit Nutella nach so langer Entbehrung schmecken kann- unbeschreiblich.
Im Frühstücksraum trafen wir auch bereits auf einige andere Athleten und Athletinnen aus Frankreich und es tat gut, endlich „normale“ Leute zu sehen, die genau wie ich ewig vor dem Büffet standen und abwägten, was sie nun essen können/sollen, Nährwertangaben verglichen usw. Da wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass ich mit all den Qualen der letzten Wochen nicht alleine war, und das ließ mich regelrecht emotional werden- ich saß da, beobachtete die anderen bei der Frühstücksauswahl und kämpfte mit den Tränen.
Nach dem Frühstück war Selbstbräuner-Runde 2 angesagt, und anschließend brachen wir dann langsam auf zur Halle.
Es schneite den ganzen Morgen heftig, und in kurzer Zeit war alles um uns herum weiß, zudem war es eisig kalt. Wir waren froh, als wir endlich am Check-In vorbei waren und ich es mir in einem der Umkleideräume an der warmen Heizung bequem machen konnte.
Die Halle war schön und nicht zu groß, das Licht war gut, und abgesehen davon, dass man auf einem Plakat die „Worldchampionschips“ ankündigte , war auch die Bühnengestaltung sehr gut.
In der Umkleide stand ein Fernseher, der den ganzen Abend lang das Bühnengeschehen zeigte, was äußerst praktisch war, da man somit nicht immer hinaufrennen musste (die Umkleide war im Keller), um zu sehen, wann man in etwa an der Reihe ist.
Es war sehr schön, viele bekannte Gesichter zu sehen und sich mit den anderen Athleten und Athletinnen auszutauschen. Irgendwie ist das immer ein wenig wie bei einem Familientreffen- jedes Jahr dieselben Leute.
Bei der Sichtung um 13 Uhr wurde ich in die Klasse „Women Performance“ (Frauen Leistung) bis 35 eingeteilt. Früher war die Alterseinteilung bis 30 und über 30 Jahre, somit gab es hier also eine Veränderung.
Das Teilnehmerfeld war insgesamt sehr stark, und es waren sehr viele sehr gute Damen am Start, was mir persönlich gut gefiel, da ich es sehr schade finde, wenn z.B. auf manchen Landesmeisterschaften nur 1-2 Teilnehmerinnen pro Klasse antreten.
Dieses Jahr konnte ich meinen Weltmeisterschaftstitel leider nicht verteidigen, ich erreichte den 3. Platz. Platz 1 ging an Susan Malekpur-Shirazi, was absolut gerechtfertigt ist, da sie eine Top-Form aufweisen konnte, und mir bereits hinter Bühne klar war, dass sie unsere Klasse anführen wird. Etwas erstaunt war ich jedoch über den 2. Platz einer Dame, die nach meiner Einschätzung (und auch nach Meinung vieler anderer, die mich im Nachhinein ansprachen) eher den 3. Platz hätte belegen müssen.
Aber so ist es nun mal- wo Menschen urteilen oder werten, spielt viel Subjektives eine Rolle, und Meinungen sind bekanntermaßen sehr unterschiedlich.
Und Fakt ist: wer nie verliert, weiß den Sieg nicht zu schätzen!
Ich habe seit Beginn meiner Wettkampfteilnahme 2005 auf jeder Meisterschaft den 1. Platz belegt und bin mir aber immer bewusst gewesen, dass man nicht ewig auf dem Siegertreppchen stehen kann. Selbst wenn man aus seinem Körper das Bestmögliche bis zum Tag X herausgeholt hat, heißt das noch lange nicht, dass es nicht noch andere, bessere Damen gibt, denen man sich dann auf der Bühne stellen muss. Auch wenn ein wenig Unverständnis über den 3. Platz besteht, so bin ich trotzdem nicht traurig oder enttäuscht, denn es spielen bei der Entscheidung der Kampfrichter eben sehr viele verschiedene Faktoren eine Rolle, die man selbst nicht beeinflussen kann.
Insofern lohnt es nicht, lange darüber zu grübeln oder sich zu ärgern, lieber konzentriere ich mich darauf, mich bis zum nächsten Wettkampf weiterhin zu verbessern.
Nach der Siegerehrung haben wir alle relativ schnell zusammengepackt (im Laufe des Samstags waren noch weitere Freunde und auch meine Eltern eingetroffen), und steuerten auf direktem Wege die Pizzeria um die Ecke an, in der wir nachts um 1 Uhr doch tatsächlich noch ofenfrische Pizza bekamen- hmmmm, war das lecker!
Aus dem Plan, den Abend im Hotel mit Sekt und Gemütlichkeit ausklingen zu lassen, wurde allerdings nichts mehr, da wir alle so hundemüde waren, dass wir schon fast auf der Fahrt dorthin einschliefen. Wir waren einfach alle nur froh, ins Bett zu kommen.
Dafür gab es dann am nächsten Morgen vor der Heimreise ein ausgiebiges Frühstück vom Feinsten, und ich weiß nicht, wie ich diesen Genuss in Worte fassen soll.
Alles in allem war es also wieder mal ein rundum schönes Event, und die Teilnahme hat mir wie jedes Mal unheimlich viel Spaß gemacht.
Nun werden mein Mann und ich erst einmal die kommenden Tage genießen, und am 24.11. geht es dann für 2 Wochen zum Entspannen in die Dominikanische Republik.
Nach Weihnachten wird mein Mann dann mit seiner direkten Vorbereitung für die Frühjahrswettkämpfe beginnen, bei der ich ihn dann tatkräftig unterstützen werde.
Ich selbst werde im Frühjahr 2008 nicht an den Start gehen, da ich das Gefühl habe, nach 2 harten Diäten 2007 (FIBO und WM) etwas ausgebrannt zu sein. Aber natürlich wird mein Training weiterhin genauso intensiv wie bisher fortgesetzt.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals meinen Dank aussprechen an alle, die mich bzw. uns in den letzten Monaten unterstützt und begleitet haben, die viel Geduld und Verständnis aufbrachten und uns sogar bis nach Petersberg gefolgt sind. Dies sind in erster Linie Dirk und Valerie K., Mike G. und Tanja P., Sascha H. und meine Eltern. Ein großes „Danke“ geht selbstverständlich auch an Andreas Frey, der uns wie immer mit Rat und Tat zur Seite stand, und an alle Leute aus dem „FreyNutritionForum“, die stets reges Interesse an meiner Vorbereitung gezeigt und mich sehr angespornt haben. Nicht zu vergessen auch Stefan K., der für mich mit einem riesen Einsatz und absolut unermüdlich nahezu täglich an meiner Homepage arbeitet, um sie so aktuell wie möglich zu halten.
Ihr seid einfach spitze!
Und insbesondere danke ich meinem Mann Georg, der mir wie immer mit einer unbeschreiblichen Geduld in jeder Sekunde zur Seite stand, mich so oft wieder aufgebaut hat, wenn ich zwischendurch zweifelte oder schwach zu werden drohte. Er hat unglaublich viele eigene Interessen ganz hinten angestellt, was sicherlich oft sehr schwierig für ihn war. Ich war an vielen Tagen absolut unausstehlich und habe ihn sehr oft sehr ungerecht behandelt. Mir ist unbegreiflich, woher er immer wieder die Kraft genommen hat, seinen Ärger hinunterzuschlucken und jedes Mal wieder von neuem auf mich zuzugehen. Ich danke Dir dafür, mein Schatz! Ich liebe Dich!
Liebe Grüße, Janina

